Riesen & Zwerge

Welt der Wunder,  Heft 1/2000 · Autorin: Uta König

Der Inder Gul Mahammad ist 57 Zentimeter groß, die Amerikanerin Sandy Allen 2,31 Meter. Würfelt die Natur Körpergrößen oder sind allein die Gene schuld? Für die Wissenschaftler bleibt das ein Rätsel

Wir werden immer länger, in Deutschland und unseren europäischen Nachbarländern, aber auch in Nordamerika, Australien, Neuseeland und Japan. Seit dem letzten Jahrhundert schießen wir förmlich in die Höhe. 1890 maß ein durchschnittlicher deutscher Rekrut noch 1,64 Meter. Hundert Jahre später hatte er die 1,78 Meter erreicht. Jeder Dritte überragte sogar das preußische Gardemaß von 1,80 Meter.
Die Holländer sind die Weltmeister im Wachsen. Sie erheben sich mit 184 Zentimeter (Frauen 171 Zentimeter) zum längsten Volk der Erde. Auch Neu-Holländer profitieren davon. Einwanderer aus der Türkei zum Beispiel werden im Land der Deiche größer als in ihrem Herkunftsland – sofern sie ab frühester Kindheit dort.
Barometer des Wohlstands  
Die Gene legen nur zum Teil die Körperlänge fest. In der Wachstumsphase, die bereits im Mutterleib beginnt, passt sich der Körper den Umweltbedingungen an. Ein entscheidender Faktor ist dabei der Speiseplan: Steht dem Organismus Nahrung in Hülle und Fülle zur Verfügung, kann er seine genetischen Möglichkeiten bis an die Grenze ausreizen. Bei Mangel hingegen kommt es zum Minderwuchs, wie zur Zeit in Bangladesch und einigen afrikanischen Ländern. Statistisch ist sicher: Die durchschnittliche Körpergröße ist ein Barometer für Wohlstand oder Armut einer Gesellschaft.
Auch in wohlhabenden Ländern fährt die Körpergröße Achterbahn. Dem derzeitigen Höhenflug gingen diverse Schrumpfphasen voraus: Noch vor 1,5 Millionen Jahren stapften unsere Vorfahren mit 1,85 Meter Länge durch die afrikanische Steppe. Vor 100.000 Jahren aber entwickelte sich der homo erectus mit 1,55 Meter zum Knirps. 50.000 Jahre später legte er wieder 15 Zentimeter zu, die er in der folgenden Eiszeit jedoch einbüßte. Als es mit Beginn der Jungsteinzeit vor 10.000 Jahren wieder wärmer wurde, strebte der Mensch stetig aufwärts – bis auf einen kleinen Einbruch infolge Hungersnöten und Krankheiten im 15. Jahrhundert. Die mittelalterliche Ritterrüstung von König Artus passt heute keinem Elfjährigen mehr.
Theorien am laufenden Meter  
Seit den 30er Jahren versuchen die Wissenschaftler, die Akzeleration zu enträtseln, also das Phänomen, dass wir alle größer werden – mit teils verwegenen Hypothesen: »Mehr Sonne ergibt mehr Wachstum« lautet eine davon, denn wir Nordeuropäer kriegen mehr UV-Strahlung ab als früher. Wir haben mehr Freizeit, machen Urlaub im Süden und besitzen sogar ein Ozonloch. Aber wachsen wir gleich deshalb über die Köpfe unserer Eltern? Vielleicht könnte eiweißreichere Nahrung ein Grund für den Schub sein oder elektromagnetische Wellen. Vielleicht aber auch nicht. Ebenso fraglich ist die These vom »Urbanisierungstrauma«: Die vielen äußeren Reize und Lichter der Städte könnten – behaupten zumindest ein paar Experten – das Nervensystem der Städter so sehr zur Zellteilung anregen, dass die die Landbevölkerung um ein paar Zentimeter Länge überholen.
Woran es auch liegen mag – für den Kieler Bevölkerungswissenschaftler Hans W. Jürgens (siehe Interview) sind sämtliche Erklärungsversuche pure Spekulation. »Das Problem ist, dass sich keine Theorie beweisen lässt. Wer gibt seine Kinder schon für Wachstumsexperimente her?«
Riesenbabys und Superhähnchen  
Ein gutes Dutzend Zentimeter in 100 Jahren – das ist noch kein Riesenwachstum. Doch manchmal macht die Evolution einen Sprung, der sogar noch über die Akzeleration hinausgeht. Dann wachsen Kinder ihren Eltern plötzlich um über einen halben Meter über den Kopf. Die häufigste Ursache kolossalen Wachstums ist die verzögerte Geschlechtsreife. Denn die Keimdrüsen im Unterleib senden ein Signal an die Hirnanhangdrüse (Hypophyse), das befiehlt: Hör endlich auf zu wachsen! Kommt dieses Signal nicht oder zu spät, wächst der Jugendliche weiter, während seine Altersgenossen längst »erwachsen« sind.
Ein anderes Phänomen nennen die Wissenschaftler den Heterosis-Effekt. Er tritt ein, wenn die Eltern ein eingeschränktes Genpotential mitbringen. Hat sich Papas Familie die letzten Jahrhunderte auf einer Hallig in Ostfriesland vermehrt, Mamas Familie ausschließlich in ihrem Dorf in Siebenbürgen, dann ist der Nachwuchs seit langem der erste beider Familien, der neue Gene schnuppern darf. Er freut sich über die dringend nötige Erbgutauffrischung und wächst und wächst. Der Effekt ist in Züchterkreisen wohlbekannt. Die Restaurantkette Wienerwald zum Beispiel hält sich besondere Hähnchen-Rassen, die sich nur in Inzucht mit ihrer Verwandschaft fortpflanzen dürfen. Sie sind oft schwächlich und anfällig für Krankheiten. Wenn sie sich aber mit einem anderen ebenso geschädigten Tier paaren, entstehen gewaltige Grill-Hühner.
Solange es Menschen gibt, wird es Riesen geben. Die aktuelle Spitzenhöhe liegt bei 2,31 Meter und 7 Millimeter – kurz unter der Zimmerdecke. Zwei Männer und eine Frau teilen sich laut »Guinness-Buch der Rekorde« den Titel »Größter lebender Mensch der Welt«. Es sind Haji Mohammad Alam Channa und Sehwan Sharif, beide Basketballspieler aus Pakistan, sowie Sandy Allen aus den USA. Es ist ein zweifelhaftes Vergnügen, gut einen halben Meter über die Standardmenschheit hinauszuragen und von ihr schonungslos angestarrt zu werden.
Noch kläglicher sieht es am unteren Ende der Skala aus. Der kleinste lebende Mensch heißt Gul Mahammad, misst 57 Zentimeter und lebt in Indien. Zum Vergleich: Ein Neugeborenes ist durchschnittlich 50 Zentimeter groß, die 18jährige Normfrau in Deutschland und Österreich misst 167 Zentimeter, der Normmann 179 Zentimeter.
Es gibt über hundert Ursachen für Kleinwuchs: Störungen während der Schwangerschaft, Organerkrankungen, Fehlbildungen der Knochen, Stoffwechsel- oder Hormonstörungen, Vernachlässigung durch die Eltern und natürlich Unterernährung. Die häufigste Form ist eine Skelettmissbildung mit zu kurzen Gliedmaßen. In manchen Fällen liegt der Kleinwuchs auch an fehlenden Wachstumshormonen. Meist jedenfalls hat er erbliche Gründe.
Qualifikation: Zirkusreife  
Der Mensch leidet, wenn er das menschlichste aller Menschenmaße verfehlt: eine normale Körpergröße. Früher ging er in den Zirkus oder auf den Jahrmarkt: Für ein paar Groschen verkaufte er sich als Ausstellungsstück und ließ Spott und Hohn über sich ergehen. Wie ein Außerirdischer wurde er begafft und befingert. Aber nicht nur das einfache Volk, auch die höfische Gesellschaft ergötzte sich an den Kapriolen der Natur. In der Renaissance sammelten Fürsten und Kardinäle menschliche Attraktionen für ihre privaten Kuriositätenkabinette oder zur Belustigung der Damenwelt. Stimmung ist auch heute noch garantiert, wenn in englischen, amerikanischen oder australischen Pubs kleinwüchsige Menschen als Wurfobjekte verwendet werden: »Zwergenwerfen« heißt der skrupellose Spaß, bei dem die Großen möglichst weit mit den Kleinen schmeißen.
Kleiner Kollaps, lange Leitung
Ob zu klein oder zu groß: Wer vom Mittelmaß stark abweicht, hat gesundheitliche Nachteile. Das zarte Rückgrat von Kleinwüchsigen muß das Gewicht eines üblich großen Kopfes tragen. Ihre Gelenke sind häufig vom schweren Rumpf überlastet. Ihre Hautfläche ist im Verhältnis zum Körpervolumen relativ größer und verliert mehr Wärme. Daher müssen sie mehr essen als der Normalmensch, weil der Energiehaushalt ständig Nachschub verlangt. Ihr Stoffwechsel und ihre Organe haben deshalb Schwerstarbeit zu leisten, ihr Herz muss häufiger schlagen und ihre Lunge hechelt schneller. Wer so klein ist, steht stets kurz vor dem Kollaps.
Übergroße Menschen haben auch schlechte Gesundheitskarten. Ihr Herz muss sich arg anstrengen, um das Blut von den Füßen bis zum Kopf zu pumpen. Gerade das Stehen bereitet den Großen große Qualen. Dazu kommen Probleme mit dem Skelett, den Gelenken, den Knochen, Muskeln und Sehnen. Sie alle müssen mehr leisten als bei einem Durchschnittsmenschen – auch durch die größere Hebelwirkung beim Bücken und Ducken.
Tückischer Alltag  
Soweit die körpereigenen Handicaps. Doch im Alltag lauern noch mehr: Ob Telefonzellen, Autos, Kleidung oder Möbel – alles ist für Standardgröße gemacht. Also viel zu groß oder viel zu klein. Besonders die Zwerge leiden daran. Während Lange sich notfalls zusammenfalten können, vermögen Kurze banale Gegenstände nicht zu benutzen. Lichtschalter, Geldautomaten, Klingelknöpfe, Fenstergriffe, Garderobenhaken, Wasserhähne – alles ist unerreichbar. Sie brauchen dafür eine Leiter. Mit Recht erhalten Menschen unter 1,40 Meter einen Schwerbehindertenausweis.
Die soziale Umgebung macht es noch schlimmer. Übergröße kann Respekt einflößen, doch Kleinheit wird übersehen, wirkt lächerlich oder wird nicht ernst genommen. Obwohl die Körpergröße bekanntlich keine Charaktereigenschaft ist, gelten große Menschen oft als kompetenter und intelligenter. Das gilt auch für die Selbsteinschätzung: Je kleiner der Mensch, desto näher die Selbstzweifel. Um dieser Falle zu entgehen, haben einige Kleine die Kunst perfektioniert, sich nicht »klein kriegen« zu lassen und nicht »klein beizugeben«. Wissenschaftler nennen dieses überhöhte Geltungsbedürfnis kleiner Menschen Überkompensation. Wenn diese Menschen als Prominente oder Politiker hohen sozialen Status erreichen, winkt ihnen ein kleiner Extralohn: Sie werden größer geschätzt als sie tatsächlich sind. Steht einem der große Star aus dem Fernsehen plötzlich leiblich gegenüber, reicht er nur noch bis zur Brust. Mark Oh, Madonna und Dieter Bohlen sind da nur drei von vielen.
Auch Riesen leiden unter psychosozialen Behinderungen. Ein langer Lulatsch wird in der Schule gehänselt, eine Lulatschin fühlt sich hässlich. Große Männer und erst recht große Frauen stehen krumm da, um weniger aufzufallen. Vielleicht hielten sie sich aufrechter, wenn sie wüssten, dass Übergröße die Karriere beschleunigt. Ob bei der Polizei oder in der Krankenpflege – eine Untersuchung der Uni Hamburg zeigt: Wer sehr groß ist, steigt schneller auf.
Gegen den Zwergenmord  
Womöglich wird es Riesen und Zwerge bald nur noch in Märchen geben. Denn dank des medizinischen Fortschritts können Ärzte mittlerweile in den Wachstumsprozess eingreifen. Viele Eltern nehmen diese Möglichkeit für ihre Kinder dankbar an. Ärzte können mit Röntgenaufnahmen der Hand abschätzen, wie groß ein Kind später wird. Je größer die Zwischenräume in den Fingergelenken, desto mehr Wachstum ist zu erwarten. Stellt der Mediziner ein extremes Körpermaß fest, wird es ernst: Jugendliche mit einer Riesenwuchs-Prognose erhalten dann hohe Dosen Sexualhormone, die die Geschlechtsreife und damit den Wachstumsstopp vorzeitig einleiten. Die Hormonbehandlung kann jedoch starke Nebenwirkungen haben: Sie reichen von Akne über Thrombosen (siehe Heft 9/98, Seite 57) bis hin zum Krebsrisiko.
Kleinwuchs können Ärzte schlecht therapieren. Sie verabreichen Wachstumshormone, sofern deren Fehlen den Kleinwuchs ausgelöst hat, und sie versuchen eine operative Bein- und Armverlängerung. Dabei strecken die Chirurgen die Röhrenknochen samt Blutgefäßen, Muskeln und Sehnen – eine äußerst schmerzhafte und langwierige Prozedur, die nur einen Zuwachs von 10 bis 15 Zentimetern bringt. Und das auch nur bei einer Skelettfehlbildung mit zu kurzen Gliedmaßen.
1994 entdeckte der amerikanische Wissenschaftler John Wasmuth das Gen für Achondroplasie, eine Skelettfehlbildung, die die häufigste Form von Zwergwuchs bewirkt. Seitdem können Zwergenembryos bereits im Mutterleib erkannt werden. Als der entsprechende Gen-Test auf den Medizinmarkt kam, sorgte das für helle Aufregung in der Welt der Kleinwüchsigen. Auf dem Jahrestreffen der Little People of America (LPA) protestierte eine Teilnehmerin: »Verdammt, die wollen uns ausrotten.« Die Mitglieder der LPA begreifen sich als eine Gruppe Andersartiger mit einer eigenen Identität und Kultur. Sie haben das Konzept einer kleinen Gegenwelt entworfen, in der Zwergsein Lebensqualität bedeutet. Genau diese Welt sehen sie durch den Gen-Test und durch Abtreibungen bedroht. »Wir wollen die Zwergenwelt in alle Ewigkeit fortsetzen. Deshalb möchten so viele Zwerge auch Zwerge zur Welt bringen.«.

Portugiesen im Volvo
Prof. Dr. Hans W. Jürgens  (65 Jahre, 1,79 m)
vom Institut für Anthropologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist Vorsitzender der Europäischen Normierungskommission (Committée Européenne de Normation – CEN). Er bestimmt, in welche Größen wir passen müssen.

WdW: Die Menschen in Nord- und Mitteleuropa werden immer größer. Werden wir in absehbarer Zeit 2,50 Meter groß sein?
Jürgens: Das glaube ich nicht. Die Entwicklung in Deutschland scheint annähernd gesättigt zu sein. Jetzt holen die Südeuropäer auf.
WdW: Woran liegt es, dass die Deutschen nicht mehr so stark wachsen?
Jürgens: Wahrscheinlich daran, dass wir nahe an unsere genetische Grenze gekommen sind. Außerdem reden wir beim Höhenwachstum eines Landes immer nur vom Durchschnitt als dem statistischen Mittel. Und das wird von einer neuen Zusammensetzung der Bevölkerung beeinflusst. Zum Beispiel drücken die eher kleinwüchsigen Sachsen seit 1990 die Zahlen nach unten. Das gleiche gilt für Einwanderer, zum Beispiel aus der Türkei.
WdW: Was ist der wichtigste Faktor, damit eine Bevölkerung groß werden kann?
Jürgens: Es wird viel darüber spekuliert, aber man weiß es nicht genau. Manchmal muss auch nur ein Umstand wegfallen, der für den bisherigen Minderwuchs verantwortlich war. In den meisten Entwicklungsländern ist das die Unterernährung. In Japan war die traditionelle Kniesitzhaltung der hemmende Faktor: Die Beine konnten sich dadurch nicht richtig entwickeln. Seit aber die meisten Japaner wie wir auf Stühlen sitzen, haben sie enorm aufgeholt. Wenn ich jetzt in Tokio U-Bahn fahre, gucke ich nicht mehr über alle Köpfe hinweg.
WdW: Und wie kommt es, dass in Ostafrika, wo die meisten Menschen eher kleinwüchsig sind, die Massai über alle hinausragen?
Jürgens: Das hat genetische Ursachen. Die Massai gehören zur Gruppe der äthiopischen Völker. Und die haben nun mal eine hohe Statur.
WdW: Als Vorsitzender der europäischen Normierungskommission haben Sie einen enormen Einfluss auf unseren Alltag. Sie bestimmen mit, wie groß Türen, Möbel, Autos oder auch Matratzen im vereinigten Europa sein müssen. Was bedeutet Europa für große Nord- und Mitteleuropäer?
Jürgens: In erster Linie, dass die Dinge kleiner und unbequemer werden als bei der bisherigen DIN. Ein Volvo zum Beispiel muss nach der neuen CEN-Norm so gebaut sein, dass auch ein Portugiese darin sitzen kann, ohne zu versinken. Und die neue Schreibtischhöhe beträgt 72 Zentimeter statt wie früher 76. Der Klub der langen Menschen hasst mich dafür.
WdW: Wie kommen die Normen genau zustande?
Jürgens: Sie werden danach erarbeitet, dass sie für die Mehrheit bequem sind, nämlich für Männer zwischen 1,68 Meter und 1,91 Meter und Frauen zwischen 1,56 und 1,75 Meter. Das sind 90 Prozent der Europäer. Jeweils fünf Prozent, die das Normmaß über- oder unterschreiten, sind zugegebenermaßen benachteiligt.
WdW: Was tun Sie, damit die zu groß oder zu klein Geratenen nicht unter den Normen leiden?
Jürgens: Wir appellieren zum Beispiel an die Möbelindustrie, mehr höhenverstellbare Produkte herzustellen. Das tut die auch zunehmend.

Countdown zum Growup

Die Phasen des Erwachsens
5. Schwangerschaftsmonat: Das Kind reagiert bereits im Mutterleib auf seine Umwelt und leitet den ersten großen Wachstumsschub ein. In dieser Phase würde das Baby 130 cm pro Jahr wachsen.
Geburt: Bei der Geburt sind heutige Jungen 2 cm, Mädchen 1 cm größer als die Babys von 1933. Die alte Faustregel, ein Baby verdopple sein Geburtsgewicht nach sechs Monaten, gilt nicht mehr. Jetzt ist es schon nach vier Monaten so weit.
7 Jahre: Die Jungen haben 69,5% ihrer endgültigen Körpergröße erreicht, Mädchen 75,7%.
12–15 Jahre: Die Teens legen nun pro Jahr etwa 6–7 cm zu, der größte Wachstumsschub liegt zwischen dem 14. und 15. Lebensjahr. Bei Mädchen kommt er zwei Jahre früher.
18 Jahre: Mädchen haben ihre endgültige Körperlänge erreicht, Jungen erst 99,6%.
Am meisten wachsen Kinder übrigens nachts. Denn der Körper produziert Wachstumshormone nach einer Stunde Schlaf.

Ab wie klein ist
klein zu klein?

Das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung staffelt Kleinwuchs nach Behinderungsgraden:

Erwachsenen-
größe
Behinderungs-
grad
130-140 cm 30-40%
120-130 cm 50%
unter 120 cm über 50%, je nach Schwere der Behinderungen

Großwuchs allein rechtfertigt keine Anerkennung einer Behinderung. Es sei denn, es treten schwere körperliche Probleme auf.

Rat und Tat

Interessenverbände für Klein- und Großwüchsige leisten medizinische und psychologische Beratung und geben Antworten auf alltägliche Fragen (»Wo gibt es passende Kleidung oder Möbel?«)

Deutschland

  • Bundesverband Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien e.V., Westerstraße 98–104, 28199 Bremen, Telefon [0421] 50 21 22, Fax 50 57 52, www.bkmf.de.
    Hier ist auch das Buch »Kleinwuchs« zu beziehen (Hrsg: Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte, Schriftenreihe Band 243). Es enthält medizinische Informationen über Formen und Ursachen des Kleinwuchses sowie Behandlungsmöglichkeiten und psychosoziale wie berufliche Beratung.
  • Klub langer Menschen (KLM), Nettelbeckstraße 14, 40477 Düsseldorf, Telefon [0211] 491 11-85, Fax -24, klmvorstand.t-online.de, www.klm-mainz.de
  • Klub der Großen, Wirtschaftsweg 2, 01157 Dresden, Telefon/Fax [0351] 281 58 08
Schweiz
  • Elternverein kleinwüchsiger Kinder, Sonnmattweg 4, 5107 Schinznach-Dorf, Telefon [056] 443 00 16, Fax 443 07 34, sevkk@pop.agri.ch, combi.agri.ch/sevkk
  • KLM Schweiz, Hohe-Winde-Strasse 25, 4059 Basel, Telefon [061] 361 64 60
Österreich
  • Bundesverband Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien e.V., Postfach 30, 4053 Haid/Linz, bkmf@xpoint.at, www.xpoint.at/bkmf
  • Longinus Club, Mendelsohngasse 5/2,1220 Wien, Telefon [01] 263 20 75

Anmerkung: Dieser Artikel aus dem Magazin »Welt der Wunder« (www.wunder.de) war ursprünglich ein 6-seitiger Artikel mit vielen Bildern und Grafiken. Dieses Bildmaterial darf jedoch nicht verwendet werden. Trotzdem ein Dankeschön an Helge Birkelbach für die problemlose Übersendung dieses Textes.
(Jens Pielawa, Webmaster)

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© KLM Hannover · Stand: 7. März 2002