
Mit seinen 1,98 Metern gehört der Genthiner Edgar
Kohl zu den kleinsten Großen. Daß er aufs Dach des Magdeburger Hauptbahnhofes greifen
kann, ist ein Gerücht.
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Magdeburg. 1987 wurde in der
DDR der »Klub der Großen« unter dem Dach des Kulturbundes gegründet. Mitglieder
können Frauen ab 1,85, Männer ab 1,95 Metern werden. Zur Zeit existieren sechs
Bezirksverbände in den neuen Bundesländern. Einer davon in Magdeburg. Der Klub versteht
sich als Mutmacher für die »Unübersehbaren«, die eine ganze Menge Alttagssorgen mehr
haben als die Normalgewachsenen.
»Na, Langer, wie ist die Luft da oben«, solche Sätze hört Edgar Kohl immer mal wieder.
Doch heute hat der Genthiner höchstens noch ein müdes Lächeln für den Frager übrig.
Mehr Schwierigkeiten bereiten ihm dagegen die Dinge des Alltags. Und das, obwohl er mit
seinen 1,98 Metern eher noch zu den kleinen Großen in Sachsen-Anhalt gehört.
»Wohnzimmerlampen sind eine große Gefahr für alle Langen. Auch tiefhängende
Werbeschilder in Einkaufsmärkten haben mir schon manche Beule eingebracht«, sagt der
28jährige. In der Problem-Hitliste ganz oben stehen weiter zu niedrige Keller (»Ich kann
dort nur gebückt stehen«) und Hotelbetten, die um zig Zentimeter zu kurz sind.
»Da kann man schon Höhenangst bekommen«, so der Genthiner. Auch das
Hinterhergetuschele und »Kosenamen« wie »Bohnenstange« und »langes Elend« sind nicht
gerade fördernd für das Selbstwertgefühl der Betroffenen. Kohl: »Viele Große haben es
erst gelernt, sich so zu akzeptieren wie sie sind, nachdem sie in unseren Verein
eingetreten sind.«
Ines Niederlein, Vorsitzende des Klubs: »Wir verstehen uns als Mutmacher. Dem
Alltagskummer rücken wir mit viel Humor zu Leibe.« Dabei gab es auch schon praktische
Erfolge. So machten Vereinsmitglieder in Supermärkten auf Gefahrenquellen aufmerksam.
Werbung und Lampen wurden daraufhin höher angebracht.
Autofahren beinahe vom Rücksitz aus
Ausgetauscht werden auch Adressen von Bekleidungsfirmen, Geschäften und Schuhläden,
die Übergrößen führen. Ein Problem, mit dem sich der Klub schon zu DDR-Zeiten
herumschlug. Damals gab es sogar einen »Koordinator«, der Kontakte zu Betrieben hielt,
die übergroße Kleidung, lange Betten und Fahrräder mit verstärktem Rahmen herstellten.
Mit dem Autofahren haben fast alle Großen ihr liebe Not. »Vom Rücksitz aus muß ich
meinen Wartburg zwar noch nicht lenken, aber ich mußte meinen Fahrersitz schon ganz nach
hinten schieben«, stöhnt Kohl. Im Auftrage des Klubs wurden Autos auf
Größentauglichkeit getestet. Am besten schnitten der VW Passat und der Volvo 440 ab.

Jörg Weihe ist Lehrer in Wolmirstedt:
»Grundschüler sprechen mich auch schon mal mit Herr Riese an«,
sagt der 2,08-m-Mann.
Fotos: Roland Schödl
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Ansonsten wird Geselligkeit im Verein großgeschrieben. Die reicht vom »Ball der
Großen« bis zum Europatreffen, vom Kegelabend bis zum Theaterbesuch. Mal gehts auf den
Brocken, mal ins Schwimmbad. »Eine prima Sache, der Klub«, meint Jörg Weihe aus
Wolmirstedt. Der 2,08-Meter- Mann schnupperte kürzlich bei einer Veranstaltung rein und
will nun mitmachen. Der 36jährige Lehrer hat keine Probleme mit seiner Statur. »Die
meisten Erlebnisse sind zum Schmunzeln. Da sprechen mich doch wirklich manche Schüler aus
den unteren Klassen mit Herr Riese an. Letztens fragte mich ein Grundschüler:
Herr Riese, wo ist denn hier das Klo?«
Oma bot 2,08-m-Mann Straßenbahnplatz an
Oder die Sache in der Magdeburger Straßenbahn: »Da stand eine alte Frau auf und
sagte: Ich kann nicht mehr mit ansehen, wie sie immer so gebeugt stehen müssen.
Nehmen sie doch meinen Platz.« Nervend ist für den Längsten im Klub die Lauferei
nach Möbeln. »Wir wollten uns neu einrichten, doch Sie können sich nicht vorstellen,
wie lange man suchen muß, damit einem beim Sitzen im Sessel nicht die Knie unters Kinn
schlagen?« Daß einige Leute hinter ihm herschauen, wenn er mit seiner Frau, die 1,64
Meter groß ist, die Straße entlanggeht, daran hat sich Jörg Weihe längst gewöhnt, und
auch seine Ehefrau steckt das weg. Sauer ist er darüber, daß Große keine Lobby haben.
»In der Wohnung muß einiges verändert werden, damit man nicht laufend aneckt, ich kann
nichts von der Stange kaufen. Alles muß angefertigt werden. Die Lebenshaltungskosten von
großen Menschen sind viel höher als die der Normalwüchsigen. Trotzdem gibt es keine
steuerlichen Ermäßigungen für uns.«
Im Gegensatz zu seinem Leidensgefährten Jörg Weihe ist Edgar Kohl aus Genthin bereits
seit einem Jahr Mitglied im »Klub der Großen«. »Ich kann nur allen Frauen über 1,85
und allen Männern über 1,95 Metern empfehlen, bei uns mitzumachen. Bei uns ist immer
riesig was los.«
Die nächste Veranstaltung findet am 25. März statt. Um 14 Uhr treffen sich alle
Mitglieder und Großen, die sich das Ganze mal ansehen wollen auf dem Kölner Platz in
Magdeburg. Es geht zum Kegeln. Wer sich vorher näher über den Verein informieren will,
sollte sich an Ines Niederlein, PF 313, 38846 Wernigerode, wenden oder unter 0 39 33 - 80
26 17 anrufen.
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Der nachweislich größte Mann in der
Medizingeschichte war Robert Pershing Wadlow. Er wurde am 22. Februar 1918 in
Alton, Illinois (USA), geboren. Am 27. Juni 1940 wurde er von zwei Anatomieprofessoren
gemessen. Da war Wadlow 272 Zentimeter groß. Seine Armspannweite
betrug 288 Zentimeter. Seine Hände maßen vom Handgelenk bis zur Spitze seines
Mittelfingers 32,4 Zentimeter. Seine Schuhe waren 47 Zentimeter lang.
18 Tage später starb er in Manistee (Michigan) an den Folgen einer
Zellgewebsentzündung. Sie war durch einen schlechtsitzenden Stützverband hervorgerufen
worden.
Die größte Frau in der Geschichte war Zeng Jin-Lian aus
Yujiang, geboren am 26. Juni 1964 (zentralchinesische Provinz Hunan). Bei ihrem Tod am 13.
Februar 1982 maß sie 247 Zentimeter. Ihre Hände waren 25,5 Zentimeter, ihre Füße 35,5
Zentimeter lang. |
Größter lebender Mann ist der 39jährige Pakistaner Mohammad Ali Channa.
Mit 226 Zentimetern ging er ins Guinness-Buch der Rekorde ein.
Größte lebende Frau der Welt ist Sandy Allen (USA). Sie ist
231,7 Zentimeter groß.
Der größte Deutsche war Christoffel Münster (16321676)
aus Varlosen (Landkreis Göttingen). Der Gänsehirt war 248 Zentimeter groß. Herzog
Christian Ludwig von Hannover ernannte ihn zu seinem Leibwächter.
Der größte lebende Deutsche ist Konstantin Gerhard Klein,
geboren am 15. März 1957 in Hainburg (Hessen). Er ist 223 Zentimeter groß und hat
Schuhgröße 54.
Die größte deutsche Frau ist Antje Dethloff, geboren am 2.
Februar 1963 in Kiel. Sie mißt 206 Zentimeter. |