
Martina Kruse und Manfred Hißbach
reichen leicht an das Schild in 2,5 Meter Höhe
Foto: Spolvint
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Kein Zollstab kann seine Größe messen
und in keinem Bett kann er sich bequem ausstrecken Manfred Hißbach ist 2,08
Meter und gehört zum Klub Langer Menschen. 3500 Übergroße gehören diesem Klub in
Deutschland an. Nur wer als Frau mindestens 180 und als Mann mindestens 190 Zentimeter
Größe vorweisen kann, darf Mitglied werden.
Dabei verläßt sich Iris Keese immer auf ihr Augenmaß. Sie ist Leiterin des Vereins in
Hannover und mit ihren 181 Zentimetern hat sie die Aufnahmeprüfung gerade so bestanden.
Vor 40 Jahren wurde der Verein gegründet, »damals war es für die Großen noch viel
schwieriger als heute«, erzählt sie. Betten, Kücheneinrichtungen oder
Kleidung alles gab es nur in Standardgrößen. Doch bis heute hat sich nicht
viel geändert. »Meine Kleidung muß ich mir immer noch nach Maß anfertigen lassen und
dafür bezahle ich 30 Prozent mehr«, so Hißbach.
Dafür will sich der Klub stark machen. »Wir wollen Kontakte zur Industrie herstellen, um
auf diese Marktlücke aufmerksam zu machen«, sagt Keese.Nicht als seelisches
Auffangbecken, sondern als eine Zweckgemeinschaft mit Freizeitangebot sieht sich der
Verein. Auch bei der Suche nach einem passenden Tanzpartner haben es die langen Leute
schwerer. Deshalb bietet der Klub für seine Mitglieder Tanzkurse an.
Jedes Jahr findet ein Treffen der Großgewachsenen aus ganz Europa statt. »Wenn wir
zusammen sind, fühle ich mich wohl. Es ist ein Gefühl der Geborgenheit«, erzählt der
1,91 Meter große Jens Pielawa. Im vorigen Jahr lernte er beim Europatreffen in Amsterdam
seine zwei Zentimeter größere Freundin Regine Seeber kennen. Als große Frau war es für
sie oft schwer, einen Partner zu finden, »viele Männer haben Angst vor großen Frauen.
Die Ansicht, die Frau müsse kleiner sein als der Mann, ist leider immer noch vertreten«,
so Seeber. Als Mädchen hatte sie Probleme mit ihrer Größe, oft galt sie als hochnäsig.
Doch heute möchte sie nicht mehr kleiner sein. Auch ihr Freund ist mit seiner Größe
zufrieden, »es hat auch viele Vorteile. Auf Konzerten verliere ich jedenfalls nie den
Überblick«, sagt er. |