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Hormon-Therapie gegen Riesen-Kinder |
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BILD am Sonntag, 28. Juni 1998 · Autor: Thorsten Dargatz |
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| Im Mittelalter als Riesen verspottet, aber auch heute noch bestaunt und begafft: großwüchsige Kinder. Immer mehr Eltern machen sich Sorgen, wenn die zwölfjährige Tochter bereits 1,83 Meter mißt. Überdurchschnittlich große Menschen haben es schwer im Leben, vor allem Mädchen leiden darunter. Eine neue Hormontherapie schafft Abhilfe. »Mit Röntgenaufnahmen der Hand können wir sehr genau abschätzen, wie groß ein Kind später einmal wird. Wenn die jungen Damen psychische Probleme mit ihrer Körperlänge bekommen, können wir jetzt mit einer gezielten Therapie eingreifen.«, sagt Professor Hansjosef Böhles (51), Direktor der Klinik für allgemeine Kinderheilkunde in Frankfurt. Der Stoffwechselexperte hat bereits mehr als 50 Mädchen vor dem Riesenwuchs bewahrt. | Er erklärt: »Der optimale Zeitpunkt zum Bremsen, so nennen wir das Aufhalten des Wachstums, ist die beginnende Pubertät. Ich gebe hohe Östrogendosen das führt zum frühzeitigen Stop des Knochenwachstums. Nebenwirkungen wie Thromboseneigung, Wadenkrämpfe und Migräne halten wir medikamentös unter Kontrolle.« Viele aber haben wegen der hohen Östrogendosen Angst vor Folgeerkrankungen wie Unterleibs- oder Brusttumore. Professor Böhles: »Ich verwende ausschließlich natürliche Östrogene, gewonnen aus Stutenharn.« Trotzdem achtet der Experte bei seinen Schützlingen auf ein intaktes Familienumfeld: »Die Mädchen brauchen in der Therapiephase verständnisvolle Eltern. Innerhalb kürzester Zeit entwickeln sie sich zu jungen Frauen. Sie bekommen schon vier Wochen nach Behandlungsbeginn ihre erste Monatsblutung. Darauf müssen sie gut vorbereitet sein, sonst ist der Schock viel zu groß«, sagt Professor Böhles. |
© KLM Hannover · Stand: 7. März 2002